Michelin-Schließung beschäftigt Bamberger CSU

Angesichts der angekündigten Schließung des Michelin-Werkes in Hallstadt zeigt sich CSU-Oberbürgermeisterkandidat Christian Lange äußerst besorgt über die sich verstärkenden Anzeichen einer wirtschaftlichen Rezession und damit verbundenem möglichen weiteren Arbeitsplatzabbau in der Region. 

„Hier müssen wir konsequent und überlegt handeln, um möglichst viele Arbeitsplätze in Bamberg und in der Region zu sichern“, so der CSU-OB-Kandidat. In Zusammenarbeit mit Florian Müller, dem Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung der CSU, der Mittelstandsunion, hat Lange nun ein Maßnahmenpaket zur Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Bamberg erarbeitet, das er als Oberbürgermeister mit der neuen CSU-Stadtratsfraktion ab Mai 2020 umsetzen möchte. „Unser Ziel ist es, bestehende Arbeitsplätze durch flankierende Maßnahmen zu erhalten und neue Arbeitsplätze durch Anreize zu schaffen. Wir müssen die Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich den Herausforderungen des Strukturwandels stellen, unterstützen und die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt erhalten“, so Lange und Müller. Dafür wollen sich die beiden auch bei der Bayerischen Staatsregierung stark machen.

Die bayerische Staatsregierung beschäftigt sich bereits mit dem Werk in Hallstadt. „Wir sehen hier ganz klar zunächst das Unternehmen selbst in der Verantwortung, aber für uns ist auch klar: Wir lassen die Menschen und die Region mit dieser Herausforderung nicht alleine“, so Staatsministerin Melanie Huml.

Die Bamberger Landtagsabgeordnete ist selbst in Hallstadt aufgewachsen und betont: „Ziel ist, für jeden einzelnen Mitarbeiter eine Lösung zu finden.“ Zunächst gelte es, einen genauen Blick auf das Arbeitsplatzangebot in der Region und die Qualifikationen der Michelin-Beschäftigten zu legen. „Weiterbildung wird ein wichtiges Thema für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Hier können wir gerade auch über die Agentur für Arbeit die Betroffenen gut unterstützen“, so Huml. Dabei komme es besonders in der Anfangszeit darauf an, niedrigschwellige Angebote zu machen, möglichst direkt im Michelin-Werk. Das beginne beispielsweise schon mit Bewerbungstrainings, denn ein größerer Teil der Belegschaft arbeite schon viele Jahre im Michelin-Werk Hallstadt und habe daher in diesem Bereich nur wenig Erfahrung, erzählt Huml: „Unser gemeinsames Ziel ist, für jeden Mitarbeiter passgenaue Stellenangebote zu finden und entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten.“

Im Einzelnen schlagen Christian Lange und Florian Müller im Wirtschaftsprogramm folgende Punkte vor:

·      die Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie sowie ihrer Zulieferer bei der Sicherung von Arbeitsplätzen und der Entwicklung neuer Geschäfts- und Produktionsfelder aktiv zu unterstützen;

·      die Firma Brose bei der Entwicklung ihres Standortes an der Breitenau bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Belange des Umwelt- und Naturschutzes aktiv zu begleiten;

·      den Ausbau der Gesundheitsbranche voranzutreiben, zum Beispiel durch die Aufwertung der „Bamberger Akademien“ für Pflege, Therapie und Hebammenwissenschaft zu einer akademischen Einrichtung oder der Einführung eines neuen Lehrstuhls für Digital Health an der Universität Bamberg;

·      die heimische Wirtschaft bei den anstehenden Transformationsprozessen wie der Digitalisierung, der Energiewende oder dem Fachkräftemangel kraftvoll zu unterstützen, beispielsweise durch digitale Gewerbeanmeldungen, den Ausbau der digitalen Infrastruktur, innovative Energiekonzepte und eine Werbekampagne für Handwerksberufe an den Schulen;

·      Asylsuchenden den Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erleichtern;

·      die Genehmigungsverfahren für Unternehmen – gerade in der Bauverwaltung – zu optimieren und dadurch zu verkürzen und Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Entwicklung von Bebauungsplänen stärker zu integrieren;

·      in der Stadtentwicklung weitere „Urbane Quartier“ mit einem Mix aus Wohnen und Arbeiten wie derzeit auf der Lagarde-Kaserne auf dem Konversionsgelände zu schaffen;

·      in der Verkehrspolitik die Erreichbarkeit der Innenstadt zu erhalten. Eine Verminderung des Kfz-Verkehrs soll beispielsweise eher durch eine verbesserte Kooperation mit dem Landkreis, die Anwendung von City-Logistik-Modellen und ein verbessertes ÖPNV-Angebot erreicht werden;

·      heimische Unternehmen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten bestmöglich zu berücksichtigen;

·      den Berufsschulstandort Bamberg um zukunftsgewandte Berufsfelder wie E-Commerce zu erweitern und die Ausstattung der Berufsschulen entsprechend anzupassen;

·      die Ganztagesangebote für Familien weiter auszubauen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern;

·      die Wirtschaftsförderung als zentralem Ansprechpartner für die Wirtschaft innerhalb der Stadtverwaltung zu stärken;

·      zur Stärkung der Finanzkraft der Stadt eine Tourismusabgabe für Übernachtungstouristen einzuführen; sowie

die gute Kooperation zwischen der Stadt und dem Landkreis Bamberg als gemeinsamen Wirtschaftsraum weiter auszubauen.

 

Quelle: Pressestelle der Staatsministerin Melanie Huml und der CSU-Bamberg

von Redaktion